Ich solle jetzt eigentlich lernen.
Ich habe mich aber vor längerem dazu entschieden einen Blog zu starten, um anderen meine Geschichte in der Tiermedizin zu erzählen. Ich habe in 1 Monat die Physikumsprüfungen (in Anatomie, Embryologie und Physiologie), daher sollte ich eigentlich in das Anatomie-Buch neben mir schauen.
Dieser Post wird eher ein bisschen langweilig für Leute, die einfach nur harte Fakten wissen wollen, da meine Bewerbungsphase etwas länger gedauert hat.
Ich habe im Jahr 2013 Abitur gemacht und damals einige Ideen gehabt, was man studieren könnte. Zu diesem Job fand ich die Jobs nach dem Studium sehr uninteressant.
Ich habe also entschieden einfach mal ein halbes Jahr nach Australien zu gehen und zu hoffen, dass das Lämpchen angeht und ich weiß, was ich will.
Der Plan hat tatsächlich halbwegs funktioniert. Nachdem ich 10 Monate gearbeitet habe (natürlich beim McDonald's), um den Flug zu bezahlen bin ich im Februar 2014 nach Australien geflogen.
Nachdem mir der A**** dann am Flughafen auf Grundeis gegangen war, hatte ich tatsächlich ziemlich schöne 6 Monate... die zu 2 Jahren wurden.
Insgesamt habe ich dort 6 Monaten auf einem Rennstall mit Zucht (Standardbreds) gearbeitet und 6 Monate auf einem Milchbetrieb (mit 1200 Melkenden) zusätzlich habe ich noch ein kleines Praktikum auf einer Cattle Station im Outback gemacht.
Fazit: Nach dem 2 Jahren Australien wusste ich, dass ich Tiermedizin studieren möchte und, dass die Arbeit mit Tieren für mich entspannend ist und Spaß macht.
Problem: Mein früheres Ich (die faule Göre) hatte keine Lust auf Schule und kein Verständnis dafür, dass man einen guten Abschluss braucht, um alles (direkt) studieren zu können.
Szenario:
NC = 1,2
Abiturschnitt = 2,6
Mindestwartesemester = 11
Aktuelle Wartesemester = 6
Man braucht keine guten mathematischen Kenntnisse, um zu wissen, dass meine einzige Chance das Los war, oder ein plötzlicher drastischer Abfall des Interesses an Tiermedizin.
Also entschied ich mich Praktika zu machen. 3 Monaten in einer Tierklinik in Birkenfeld und 1 Monat bei einem Landtierarzt in Bad Sobernheim. Beides verstärkte mein Interesse an Tiermedizin.
Jetzt aber wieder zurück zur Realität: Ich kam nicht mit einem großen Geldpolster aus Australien zurück und nach 2 Jahren "alleine leben" ist der Einzug ins Elternhaus auch nicht unproblematisch.
D.h. Jobsuche und Wohnungssuche!
Über 2 Jahre habe ich dann Vollzeit gearbeitet und in meinen eigenen (gemieteten) 4 Wänden gelebt.
Ich habe mich trotzdem jedes WS für Tiermedizin beworben und jedes Mal eine nette Absage erhalten.
Zusätzlich bin ich einmal 2017 nach Wien (an meinem Geburtstag) um mich dort zu bewerben und den Test zu machen.
Eines kann ich sagen: Wenn das Abitur 4 Jahre her ist und ihr kein Bio hattet, nehmt euch die Zeit und lernt vorher! Mir haben zwar nur ein paar Punkte gefehlt, aber eine Glanzleistung war das auch nicht.
Im Nachhinein muss ich sagen, wäre Wien auch nicht unbedingt mein Traumstudienort gewesen. Aber war auch eine interessante Erfahrung.
Wir spulen vor: August 2018 auf der Arbeit, bekam ich meine Zusage für Gießen. (Direkt erstmal Mutti angerufen und zusammen gefreut). Nach 12 Wartesemestern war es soweit.
Dann kamen Zweifel. Ich war 23 und habe seit ich 21 bin jedem erzählt ich studiere mal Tiermedizin, was ich wenn ich zwar jetzt angenommen bin, aber es versaue?
10 Nervenzusammenbrüche später habe ich dann eine Wohnung in Gießen besorgt, meinen Job gekündigt und war bereit.
Fazit: Wenn ihr merkt, dass euch etwas Spaß macht, auch wenn ihr mal 10 oder 12h arbeiten müsst. Und ihr nichts anderes wirklich machen wollt. Dann zieht es durch!
Augen zu und durch und lasst euch nicht verunsichern (auch nicht von euch selbst!)
Ich weiß das System von Hochschulstart wird momentan geändert, ich bin auch nicht auf dem neuesten Stand. Aber es gibt immer einen Weg, wenn man etwas will!:)
Bei Fragen könnt ihr euch gerne melden!
P.S.: If there is any interest in me Posting in German as well as English please let me know!
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